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Invoice Exception (Rechnungsabweichung) in Business Central: Definition

Eine Invoice Exception ist eine Lieferantenrechnung, die den automatischen Abgleich nicht besteht und vor Freigabe und Buchung manuell geklärt werden muss.

Eine Invoice Exception ist jede Lieferantenrechnung, die ihren automatischen Weg nicht zu Ende gehen kann und auf eine menschliche Entscheidung wartet. Auslöser ist entweder eine Abweichung, wenn Preis, Menge oder Währung von Bestellung oder Wareneingang abweichen, oder ein Validierungsfehler, wenn die Rechnung keine Bestellreferenz trägt, von einem unbekannten Kreditor stammt, Steuerangaben fehlen, die Kontierung unvollständig ist oder dieselbe Nummer bereits gebucht wurde. Der Begriff beschreibt den Zustand des Belegs, nicht sein Schicksal: Die meisten Abweichungen betreffen völlig korrekte Rechnungen, die lediglich eine Entscheidung benötigen.

Genau hier liegen die tatsächlichen Kosten der Kreditorenbuchhaltung. Eine abgeglichene Rechnung verbraucht Maschinenzeit, eine Abweichung verbraucht Aufmerksamkeit, meist mehrfach, dazu eine E-Mail an den Einkauf und häufig ein Telefonat mit dem Lieferanten. Die Verzögerung wirkt weiter: Die Rechnung bleibt ungebucht, die Verbindlichkeit ist bekannt, steht aber nicht im Hauptbuch, die Abgrenzung zum Monatsende stimmt nicht, Skontofristen laufen ab, während die Frage offen ist, und der Lieferant mahnt auf Basis eines Kontoauszugs, den die Buchhaltung nicht abstimmen kann. Ein hohes Abweichungsvolumen verdeckt zudem echte Probleme, weil eine tatsächliche Überfakturierung in einer undifferenzierten Warteschlange genauso aussieht wie eine Rundungsdifferenz.

Business Central löst den Abweichungsfall durch Verweigerung der Buchung: Eine zu fakturierende Menge über der gelieferten Menge erzeugt beim Buchen einen Fehler, also einen harten Stopp und keine gesteuerte Ausnahme. Es gibt kein Standardobjekt für Abweichungen mit Status, verantwortlicher Person, Ursachencode und Alter und keine Liste aller aktuell blockierten Belege. Eingehende Belege können eine erfasste Rechnung aufnehmen, die noch mit keinem Einkaufsbeleg verknüpft ist, das ist der nächstliegende native Wartebereich, und Genehmigungsworkflows können einen Beleg zuweisen, auch wenn Genehmigung und Abweichungsklärung nicht dieselbe Frage beantworten. Teams organisieren die Triage daher manuell oder legen eine Schicht darüber; der Leitfaden zur Automatisierung der Kreditorenbuchhaltung beschreibt, was diese Schicht leisten muss.

Beispiel: Ein Werkzeuglieferant fakturiert 120 Einheiten zu CHF 12.50, also CHF 1'500, während die Bestellung CHF 11.90 vorsah, also CHF 1'428. Die Differenz von CHF 72 entspricht fünf Prozent, und niemand darf sie stillschweigend freigeben. Die Konditionen lauten 2/10 netto 30. Dauert die Klärung elf Arbeitstage, ist das Skonto von zwei Prozent, also CHF 30, verfallen, und die Rechnung ist am dreissigsten Tag trotzdem vollständig fällig.

Der klassische Fehler: Abweichungen leben in einem E-Mail-Postfach, sodass niemand sagen kann, wie viele offen sind, wie alt die älteste ist und welche Lieferanten sie verursachen. Teams, die das steuern, vergeben im Moment der Entstehung einen Ursachencode und betrachten anschliessend die Verteilung: Preisdifferenzen, Mengendifferenzen, fehlende Bestellungen, fehlende Kontierung. Nützliche Kennzahlen sind die Abweichungsquote am Rechnungsvolumen, das Durchschnittsalter offener Fälle und die Konzentration, denn meist verursachen wenige Lieferanten und wenige Besteller den grössten Teil.

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Häufige Fragen

Ist eine Abweichung dasselbe wie eine abgelehnte Rechnung?

Nein. Eine Abweichung bedeutet, dass der automatische Weg gestoppt hat und eine Person entscheiden muss. Die meisten Fälle enden in einer gebuchten Rechnung, teils nach Preiskorrektur oder Gutschrift; die Ablehnung ist nur ein möglicher Ausgang.

Welche Abweichungsquote ist angemessen?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, und das Ergebnis hängt stärker von der Einkaufsdisziplin ab als von der Software: nachträglich erfasste Bestellungen, schlecht gepflegte Preise und fehlende Wareneingänge werden unmittelbar zu Abweichungen. Die eigene Quote über einige Monate nach Ursachencode zu messen ist aussagekräftiger als jeder Benchmark.

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