Durchschnittliche Anzahl Tage bis zum Zahlungseingang nach einem Verkauf: Forderungen geteilt durch Umsatz, multipliziert mit den Tagen der Periode.
Days Sales Outstanding, kurz DSO, ist die durchschnittliche Anzahl Tage zwischen einem Verkauf auf Rechnung und dem Zahlungseingang. Die Kennzahl ergibt sich aus den Forderungen geteilt durch den Umsatz der Periode, multipliziert mit der Anzahl Tage dieser Periode. Sie ist das Gegenstück zum DPO auf der Kundenseite; beide stehen an den entgegengesetzten Enden des Cash Conversion Cycle.
Der DSO ist die Debitorenhaelfte des Cash-Conversion-Cycle. Geld in offenen Forderungen wurde bereits für Loehne, Ware und Lieferanten ausgegeben, steht aber nicht zur Verfuegung: Es führt entweder zu einem tieferen Kassenbestand oder zu einer hoeheren Kreditlinie, deren Zinsen das Unternehmen traegt. Alter ist zugleich ein Risikomass: Je laenger eine Rechnung offen bleibt, desto eher wird sie bestritten oder abgeschrieben, und ein am 70. Tag entdeckter Streitfall geht fast immer auf einen Fehler am Tag null zurueck, einen falschen Preis, eine fehlende Bestellnummer oder eine an die falsche Adresse gesandte Rechnung.
Auch für den DSO gibt es in Business Central keine fertige Kennzahl. Die Debitorenposten enthalten Buchungsdatum, Fälligkeitsdatum, ursprünglichen Betrag, Restbetrag und das Datum, an dem der Posten durch die zugeordnete Zahlung ausgeglichen wurde; das genügt sowohl für das klassische Verhältnis als auch für die tatsächliche Zahlungsdauer je Rechnung. Der Bericht Debitoren-Fälligkeitsanalyse (Aged Accounts Receivable) liefert die Salden nach Zeitfenstern, die Zahlungsbedingungen auf der Debitorenkarte setzen das Fälligkeitsdatum, und Mahnungsbedingungen sowie Zinsbedingungen steuern den Mahnlauf. Was der Standard nicht beantwortet, ist der Grund der Verspätung: Reklamationen, fehlende Bestellreferenzen oder offene Lieferfragen liegen im Postfach und nicht im Sachkonto, der Grund muss also ausserhalb der Standardtabellen erfasst werden.
Angenommen, der Quartalsumsatz beträgt 3 600 000 CHF über 90 Tage, also 40 000 CHF Umsatz pro Tag, bei einem durchschnittlichen Forderungsbestand von 1 480 000 CHF. Der DSO ist 1 480 000 geteilt durch 3 600 000, also 0,4111, multipliziert mit 90, das ergibt 37 Tage. Bei Standardkonditionen von 30 Tagen netto entsprechen die sieben Tage Differenz 7 mal 40 000, also 280 000 CHF, die allein wegen verspäteter Zahlung gebunden sind und nicht wegen der gewährten Konditionen.
Die üblichen Verzerrungen sind Saisonalität und Umsatzmix. Ein Quartal, das kurz nach einer grossen Lieferung endet, zeigt einen hohen DSO, der nichts über die Inkassoleistung aussagt. Deshalb arbeiten viele Teams mit der Countback Methode, bei der der fakturierte Umsatz Monat für Monat vom Forderungsbestand abgezogen wird, bis dieser aufgebraucht ist, statt mit dem einfachen Verhältnis. Ergänzende Grössen sind der bestmögliche DSO, berechnet nur auf den nicht fälligen Forderungen, und der Anteil überfälliger Forderungen, der einen langsamen Inkassoprozess von einem tatsächlich säumigen Kundenstamm trennt.
Der DSO misst die gesamte Spanne von der Rechnung bis zum Geldeingang, einschliesslich des gewährten Zahlungsziels. Der durchschnittliche Verzug misst nur den Teil nach der Fälligkeit und trennt damit die Inkassoleistung von den eingeräumten Konditionen.
Häufig ja. Ein grosser Teil der Verspätungen geht auf spät versandte Rechnungen, falsche Empfängeradressen oder fehlende Bestellreferenzen zurück, sodass taggleiche Fakturierung und elektronischer Versand den DSO oft vor jeder Mahnaktion bewegen.
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