Reverse Charge ist eine MWST-Berechnungsart, bei der der Käufer die Steuer selbst verbucht, statt sie vom Lieferanten in Rechnung gestellt zu bekommen.
Beim Reverse Charge Verfahren verbucht der Käufer und nicht der Verkäufer die Mehrwertsteuer eines Geschäfts. In Business Central ist es eine der MWST-Berechnungsarten in der MWST-Buchungsmatrix: Der Einkauf bucht einen Steuerbetrag auf das Vorsteuerkonto und denselben Betrag auf ein Reverse Charge Konto, sodass sich beide Buchungen ausgleichen und der Vorgang trotzdem MWST-Posten erzeugt. Verwendet wird das Verfahren typischerweise für grenzüberschreitende Dienstleistungen und für die im lokalen Recht vorgesehenen Inlandsfälle.
Öffnen Sie mit Alt+Q die Seite VAT Posting Setup und suchen Sie die Kombination aus MWST-Geschäftsbuchungsgruppe und MWST-Produktbuchungsgruppe, die für diese Lieferanten gilt. Stellen Sie die Berechnungsart auf Reverse Charge und hinterlegen Sie auf dieser Zeile sowohl das Vorsteuerkonto als auch das Reverse Charge Konto. Der Satz muss dem im Inland geltenden Steuersatz entsprechen und nicht null sein, sonst wird nichts Verwertbares erfasst.
Ein Schweizer Unternehmen bezieht Beratung von einem deutschen Anbieter. Der Lieferant trägt eine MWST-Geschäftsbuchungsgruppe für ausländische Lieferanten, die Dienstleistungszeile eine Produktgruppe mit dem Normalsatz. Auf der Einkaufsrechnung vom 8. April 2026 über CHF 4'800 netto berechnet Business Central 8,1 Prozent, also CHF 388.80, und bucht diesen Betrag auf das Vorsteuerkonto und auf das Reverse Charge Konto. Dem Lieferanten werden nur CHF 4'800 gutgeschrieben, was der erhaltenen Rechnung entspricht.
Der klassische Stolperstein ist ein leeres Reverse Charge Konto in der Einrichtung: Die Buchung bricht mit einer Meldung zum fehlenden Konto ab. Ebenso häufig bleibt bei einem ausländischen Lieferanten die normale Berechnungsart stehen; dann erhöht die Steuer die Verbindlichkeit, die Zahlung passt nicht mehr zur Rechnung und die MWST-Posten sind falsch. Ein Satz von null statt des Inlandssatzes erzeugt MWST-Posten ohne Betrag, womit der Vorgang aus der Auswertung verschwindet.
Nutzen Sie nach jeder Änderung an der Einrichtung die Buchungsvorschau auf der ersten Rechnung: Sie zeigt die entstehenden Sach- und MWST-Posten, sodass Sie beide Konten prüfen können, bevor etwas festgeschrieben wird. Ein anschliessender Blick auf die MWST-Posten einer Periode ist der schnellste Weg, Lieferanten mit falscher MWST-Geschäftsbuchungsgruppe zu finden.
Das ist so vorgesehen. Beim Reverse Charge Verfahren stellt der Verkäufer keine Steuer in Rechnung: Der Beleg zeigt den Nettobetrag, die Steuer verbucht der Käufer.
Auf das Vorsteuerkonto und das Reverse Charge Konto der betreffenden Zeile der MWST-Buchungsmatrix, mit demselben Betrag, sodass sie sich ausgleichen.
Die KI-Tools von Zentriq automatisieren viele der manuellen Prozesse rund um reverse charge vat (bezugsteuer) in Business Central. Mehr über den Zentriq Agent erfahren oder Zentriq PunchOut ausprobieren um zu sehen, wie KI den Einkauf in BC vereinfacht.